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Geschichte II


Pauline Schwarzkopf bei der Einweihung einer Schwarzkopf-Fabrik in Kolumbien in den 60iger Jahren.

Geschichte der Stiftung: Fortsetzung

Freunde der Familie, Pauline Schwarzkopf sowie Angehörige berichteten, dass es Heinz Schwarzkopf in seinem beruflichen und privaten Schaffen sehr am Herzen lag, Lehren aus dem 2. Weltkrieg und dem Nationalsozialismus für die Zukunft Europas zu ziehen. Sein besonderes Interesse galt dabei den Jugendlichen aus allen sozialen Schichten und Ländern. Er setzte sich dafür auf vielfältige Weise ein und engagierte sich beispielhaft in zahlreichen sozialen und kirchlichen Ehrenämtern: Er war Vorstand im Arbeitgeberverband Hamburg, im Arbeitskreis Bibermühle (für Freiheit und Menschenwürde in Unternehmen), Gründungsmitglied der Rotarier in Hamburg Dammtor, Kuratoriumsmitglied des Deutschen Roten Kreuzes, eines Studentenwohnheims, des Albert-Schweitzer-Hospitals in Peru und Laienrichter.

Pauline Schwarzkopf, Heinz Schwarzkopf und Kurt Bösch (Unternehmer aus Hamburg).


Ein anlässlich des 100. Geburtstages der Stifterin 2008 in Auftrag gegebenes historisches Gutachten über das Leben und Wirken von Heinz Schwarzkopf offenbarte uns jedoch neue Informationen über sein Leben: Heinz Schwarzkopf, geboren 1909, trat am 30. April 1933 der NSDAP bei. Ebenfalls wurde er Mitglied der SA und stellte am 1. Juli 1935 einen Antrag zur Aufnahme in die SS. Am 17.2.1938 wurde er in die SS aufgenommen. Dort gehörte Heinz Schwarzkopf der 7. SS-Reiterstandarte an.

Nach Studienabschluss 1934 arbeitete er als Gerichtsassessor und promovierte an der Universität München zum „Treue und Gemeinschaftsgedanken in den Arbeitsverhältnissen des Mittelalters“.
 

 

Im August 1939 wurde er zum 203. Infanterieregiment der 76. Infanteriedivision eingezogen und nahm an den Eroberungsfeldzügen gegen Frankreich und die Sowjetunion teil. Ob diese Wehrmachtseinheit Kriegsverbrechen beging, muss nach dem jetzigen Kenntnisstand, beruhend auf Recherchen in deutschen und russischen Archiven, offen bleiben. Im Sommer 1942 wurde Heinz Schwarzkopf schwer verwundet und für den Rest des Krieges mit Schreibarbeiten im Heeresarchiv in Potsdam beschäftigt.

Die ursprüngliche Benennung der Stiftung nach Heinz Schwarzkopf legte einen Vorbildcharakter seiner Person nahe, der aufgrund der Forschungsergebnisse nicht mehr gegeben war. Der Stiftungsvorstand hat deshalb Ende 2008 beschlossen, den Namen der Stiftung in „Schwarzkopf-Stiftung Junges Europa“ zu ändern und die Arbeit der Stiftung der Gründerin Pauline Schwarzkopf zu widmen. Eine beabsichtigte Umbenennung in „Pauline-Schwarzkopf-Stiftung“ war nicht möglich, da die Stifterin zu Lebzeiten eine namentliche Nennung ausdrücklich abgelehnt hatte. 

Ilka Keuper, Martin Hutsebaut und Pauline Schwarzkopf 1978 beim Europäischen Gewerkschaftsbund.

Die Satzung der Stiftung wurde explizit um das Ziel der Bekämpfung von Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus erweitert.

Vor dem Hintergrund der Lebensgeschichte ihres ursprünglichen Namensgebers, sieht sich die Schwarzkopf-Stiftung Junges Europa umso mehr verpflichtet, junge Menschen in Europa darin zu fördern, zu politisch bewussten und verantwortungsbereiten Persönlichkeiten heranzuwachsen, den Gedanken der gesamteuropäischen Völkerverständigung zu stärken und Rechtsextremismus, Antisemitismus und Rassismus zu bekämpfen.

Wir sehen – ganz im Sinne der Stifterin Pauline Schwarzkopf -  in der europäischen Idee die zukunftweisende politische Vision, um unsere gemeinsame europäische Zukunft in einer globalisierten Welt friedlich zu gestalten.

 


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